Moby-Dick; or The Drink

Eine Breakout-Session der 11. Ausfahrt der Pequod [.pdf] im Dienste der Erstellung eines historisch-spekulativen Kommentars widmete sich in KW 25/2017 nach Tagen auf hoher See naheliegenderweise der Feldforschung zu Land. Zu lösen war die Frage, inwieweit es von den Shipmates an Bord sinnvoll gewesen sein kann, den von Tante Charity fürsorglich ins umfängliche Bordgepäck mitgegebenen Ingwer (“Ginger-jub!”) über die Bordwand zu senden und stattdessen mit Rum den durchaus erholungsbedürftigen Harpunier Queequeg zu wärmen (zur einschlägigen Auseinandersetzung cf. Moby-Dick; or The Whale / Filet № 72: The Monkey Rope). Die These: besagte Handlung war unnötig bis unsinnig, denn Ingwer und Rum würden eine ganz hervorragende Verbindung eingehen. [Hinsichtlich liquider Literaturforschung ist, vorbildlich, darauf zu verweisen, dass seit Jahren “Tom Pynchon’s Liquor Cabinet” akribisch aufgearbeitet wird.]

Im “Bayleaf” des Kölner Rheinauhafens [*] wurde das Problem vorgetragen, die Fachkraft mit Zitaten versorgt; im Gegenzug erfolgte zunächst eine Information hinsichtlich der zweifelhaften Qualität von Rum und ähnlichen Seefahrtgetränken in der ersten Hälfte des sich globalisierenden 19. Jahrhunderts. Vor allem fand sich eine Lösung für die Frage, ob sich nicht eine Verbindung des Ansatzes von Tante Charity und der Pequod-Mannschaft hätte herstellen lassen: selbstgemachter Ingwer-Sud, Limettensaft, Rum (Havana Club, Selección de Maestros), etwas Eis sowie frisch geschnittener Ingwer.

Der Drink blieb vorerst namenlos, was zu ändern sein wird.

[*] [Köln ist nicht nur die meisterwähnte deutsche Stadt im MD; hier schwamm 1966 tatsächlich ein weißer Wal.